EU warnt vor globalen Konflikten durch Klimawandel
01.06.2008

Der Klimawandel könnte nach einer Analyse der EU-Kommission in Zukunft zu Konflikten mit Russland über Energierohstoffe führen.

Dies sei zu befürchten, wenn das Eis am Nordpol wegen der Erderwärmung schmelzen und neue Ressourcen zugänglich machen werde, heißt es in einem Bericht der EU-Kommission an den Rat der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Dies ist eines der Beispiele für Sicherheitsprobleme, die der Klimawandel nach sich ziehen könnte und in der Europäischen Union dringend ins Auge gefasst werden müssen.

So müsse die EU in die Diskussion um Gebietsansprüche und den Zugang zu neuen Schiffshandelswegen einsteigen, die sich entwickelt, weil in der Arktis Gletscher und Packeis schmelzen. Dass Russland 2007 seine Flagge im Meer unter dem Nordpol verankerte, illustriere dieses strategische Interesse. Ein Ansatzpunkt dazu wären das internationale Seerecht.

In dem Papier wird noch auf zahlreiche andere Konflikte hingewiesen, die Folge von Wassermangel, schwindender Nahrungsmittelproduktion und Fischbestände oder Überschwemmungen und Dürren sein könnten. Die Ostküsten von China und Indien würden ebenso wie die Karibik und Zentralamerika besonders unter ökologischen Schäden des steigenden Meeresspiegels und unter Naturkatastrophen leiden. Millionen von Umweltmigranten würden sich in Sicherheit bringen vor Armut, schlechter Gesundheitsversorgung und Arbeitslosigkeit. "Europa muss mit beachtlich stärkerem Migrationsdruck rechnen."